Surly Big Dummy im Test

Das war schon eine Aktion, ans andere Ende von Deutschland zu fahren um das eine, bzw zwei Räder (später mehr) zu holen. Tolle Leute leben da an der Grenze zu Österreich. Unterkunft und einen netten Abend bekam ich dazu. Radlerehre scheint mir. Einen tollen Fahrradkeller durfte ich auch sehen.  
Jetzt hatte ich endlich zwei Tage Zeit, dass Surly Big Dummy zu fahren und es ist ein Traum. Es macht irre Spaß. Das Teil kann was. Selbst dreckiges Gelände nimmt es und bleibt auf magische Art sauber. Ich weiß nicht wie, aber es gab knöcheltiefen Dreck und Pfützen.  Es gab Sand und tiefe Wiese. Immer blieb es in der Spur kein „schwänzeln“, kein hoppeln. Im Gegenteil, es durchfährt Schlaglöcher wie ein Schiff die Wellen. Man vergisst die Länge und Gewicht des Rads.
Manchmal kann man ein Aufschaukeln an der Gabel feststellen aber das bekommt man in den Griff. Zur Not könnte man eine Federgabel einsetzen aber das wäre Jammern auf hohem Niveau.
Sich mit dicken „glatten“ Reifen in die Kurve legen, dass muss ich mich noch trauen und etwas üben, das ist für mich völlig neu.
Natürlich sind die Taschen vollgestopft. Jacke rein, Tasche rein, Trinkflasche zur Zeit noch drin, kann aber auch mal raushüpfen. Noch eine Jacke rein, Rucksack dazu.
Flaschenhalter muss her. Übrigens habe ich jetzt vier Möglichkeiten für Flaschenhalter. Da müsste auch was mit Wein gehen.

 

 


Die zweite Ausfahrt ging quer durch die Stadt. Direkt nach der Arbeit, von Mannheim weiter nach Viernheim. Das ist schon mit dem Auto hässlich, mit dem Rad weiß man auf Anhieb nicht wirklich, wie man durch die Autobahnen kommen soll. „Bike Citizens“ und „OSMand“ waren sich einig und ich fuhr Wege, die ich noch nie sah. An Stauwerken und große Wiesen und Felder. Ich hatte meine Halterung fürs Telefon vergessen und ließ mich nur akustisch aus der Jackentasche navigieren. Irre, das hat einwandfrei funktioniert und das ist bei diesem Straßenchaos eigentlich nicht zu glauben. Ein Knopf im Ohr wäre gut gewesen, denn durch den Straßenlärm versteht man oft nicht wirklich etwas. Viernheim ist nur für Autos gebaut. Eine der ältesten Malls in Deutschland, US Kasernen und so sieht es dort auch aus. Fußgänger geduldet. Radfahrer? Was ist ein Radfahrer? Man hat irgendwann über die Straßen Radwege drüber gepinselt. Ampeln wo die Bettelknöpfe ganz wo anders auf dürren Pfosten stehen. Unbeleuchtet. Schmale Verkehrsinseln und Aspahltdurcheinander. Rote Welle Ampeln für Radler und irgendwann fährt man auf der Straße, weil man dann statt sechs rote Radlerampeln nur noch eine grüne Autoampel hat.
Surly machte Spaß. Die Kurven elegant, Die Anfahrt griffig. Die Schaltung gehorsam und immer schneller Start durch die tolle Übersetzung und die kurze Kurbel. Ich hoffe die neuen Pedale sind bald in der Post, denn die Notpedale die ich dran machte, sind hoffentlich der Grund für das Rumpeln und Knacken. Bei letzterem habe ich meine Zweifel.
Das das SBD im Gegensatz zu meinem normalen Rad null Kettenschutz hat, muss ich mich gewöhnen. Zum Glück nur dreckige Hose und nicht wie gestern ein perforiertes Hosenbein.

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